In Wäldern

Alte Kirsch- und Wildpflaumen, weiße Pfirsiche und Apfelwildlinge stehen gern an Waldrändern. Waldränder und offene Waldwege sind in der modernen Landschaft eigentlich der beste Platz für alte Obstsorten, die gern echt fallen (aus deren Samen wieder Pflanzen mit guten, brauchbaren Früchten wie bei ihren Eltern werden) und sich gern selbst aussäen. Dort stören sie keine Anbaugeräte der Traktoren und haben ausreichend Licht.

An sich sind Obstbäume als Gehölze Niederwaldpflanzen. Der Waldrand ist daher tatsächlich ein idealer Standort.

Apfelwildlinge werden vom Wild gern verbissen. Apfelbaumrinde ist dabei pflanzliche, fiebersenkende Medizin und die Äpfel sind gute Nahrung für Rehe und anderer unserer wildlebenden Freunde. Pflaumen können sich dort problemlos ausbreiten und alle liefern beste Nahrung für Bienen und Andere.

Wilde Mandelbäumchen und auch Weinbergpfirsiche mögen lehmige und tonige Böden sehr. Sie sind tatsächlich viel frostsicherer, als ihr Ruf es vermuten lässt und werden in der Landschaftspflege eingesetzt. Pfirsichsortennamen wie “Kernechter vom Vorgebirge” machen klar, dass weiße Pfirsiche (Fruchtfleisch ist weiß) sich in unseren Mittelgebirgen wohl fühlen und ihre Nachkommen wieder guten Fruchtertrag bringen werden.

Auch im Holzertragsteil des Hochwaldes kann man Früchte ernten. Esskastanien sind eigentlich große Bucheckern und die Bäume liefern bestes Holz. Sie blühen spät im Juni, wenn Bienen dringend Nahrung brauchen. Sie mögen keinen Kalk, aber Granit und Gneis schon. Sie mögen trockene Böden und bieten sich damit im heutigen Klimawandel an. Mit dreißig Metern Höhe sind sie nicht so toll für den Hausgarten, aber im Hochwald sind sie zu Hause.