Mit Kindern

Man kann nur schätzen und schützen, was mann kennt. Kindheit findet heute aber immer weniger draußen statt. Kinder und Jugendliche fühlen sich stattdessen immer mehr in künstlichen Scheinwelten aus Computerspielen und TV, Bergen von Plastikspielzeug, Fast-FoodEssen und den Straßen des Großstadtdschungels zuhause.

Die Folgen sind körperliche Entwicklungsstörungen, Übergewicht, Verhaltensauffälligkeiten, Entfremdung von der Natur und daraus resultierende Umweltzerstörung, Werteverlust und Verunsicherung innerhalb der Gesellschaft, Orientierungs- und Haltlosigkeit, Gewalt und emotionale Verwahrlosung, mangelnde soziale Kompetenz. Die Kinder und Jugendlichen leiden unter ihren nicht erfüllten sinnlichen und emotionalen Bedürfnissen.

Stand17

Hier setzt das Konzept der Waldpädagogik an. Aus pädagogischer Sicht bietet der Aufenthalt Wald für die gesamte kindliche Entwicklung ein ideales Umfeld. Ruhe, die in unserem hektischen Alltagsleben zu einem seltenen Gut geworden ist, kann im Wald noch erfahren werden, Stille erlebt und erlernt werden. Dem Bewegnungsbedürfnis der Kinder kann im Wald durch natürlich abwechslungsreiches Terrain auf optimale Weise begegnet werden. Platz für Ruhe und Bewegung gleichzeitig zu haben und die Möglichkeit frei wählen zu können zwischen diesen beiden Bedürfnissen bietet Agressionen und Konflikten wenig Spielraum. Der Wald mit seinen Wundern regt Fantasie und Kreativität an, fördert die Sinne und vermag so eine Bereicherung in unserem Bildungs- und Erziehungswesen darzustellen, um Kindern eine optimale Förderung zu bieten.

Im Wald gibt es für die Kinder vieles zu entdecken. Der Naturraum verändert sich von Tag zu Tag, Kinder erleben Neues, Unbekanntes und gewinnen Erkenntnisse, z. B. durch Beobachtungen und Experimente. Es ist ein idealer Platz, Neugierde und Forschergeist auszuleben. Die Kinder lernen den Lebensraum Wald mit vielen unterschiedlichen Tieren und Pflanzen kennen. Die Veränderungen im Jahreslauf, das Wachsen, Gedeihen, Ernten und Vergehen werden verfolgt. Dabei erleben sie sich selbst als Teil der Natur und nehmen den Wald als schützenswerten Lebensraum an. Denn nur, was man als Kind lieben lernt, achtet man auch als Erwachsener.

(Beitrag von Sonja Schönbrunner)

Bastelanleitungen von Sonja Schönbrunner: