Im Garten

Früher war an Feldern, Wiesen und Wäldern überall Obst zu finden. Es war entlang der Wege gepflanzt oder hatte sich dort selbst ausgebreitet. Manches wurde beerntet, einiges auch nicht. Da lag Fallobst, über das sich viele Tiere freuten. In sehr trockenen Sommern war das Essen und Trinken zugleich und für viele Insekten ist das oft die einzige Nahrung und Flüssigkeit. Rehe und zahllose Vögel waren da nicht die einzigen Nutzer – auch Kinder pflückten dort Früchte.

Landwirtschafts und Bebauungsflächen sind viel mehr als Naturschutzflächen. Und so bestimmen wir alle viel umfangreicher, was aus den großartigen Leistungen der Naturschützer auf deren Flächen wird als wir uns das gewöhnlich klar machen.

Unsere Vereinsmitglieder haben deshalb begonnen, das Obst wieder anzusiedeln. Das Obst braucht halt jetzt einen anderen Platz. Man kann es natürlich auf dem eigenen Grundstück pflanzen, aber man will es vielleicht nicht mehr an den selben Stellen wie früher. Beerensträucher geben schöne Blüten in Hecken und Rabatten. Dort machen sich Stachel- und Johannisbeeren gut. Und über Himbeeren freut sich eigentlich jeder. In einer Hecke sind sie dabei auch gar nicht lästig. Will man gute Ernten haben, stellen sie allein einen Teil der Hecke. Will man einmal nicht selbst ernten, macht man den Vögeln mit so einer Hecke große Freude und man will ihnen jedenfalls einen Teil der Früchte hängen lassen.

Unsere Verinsmitglieder haben auch andere einfachste Maßnahmen erarbeitet, die tatsächlich jeder tun kann. Dazu gehört die Aufstellung von Insektenhotels und ebenso Nistkästen für Vögel oder Fledermäuse sowie die Vogelfütterung. Unsere Mitglieder schmücken mit ihren Kindern und viel Freude schon mal eine junge Tanne am Waldrand mit Maisenknödeln, etc. wie einen Weihnachtsbaum. Wenn man danach an Weihnachten Bescherung feiert, ist das immer ein besonders schönes Erlebnis.

Es bringt auch viel, seine Sträucher im Garten erst zu schneiden, wenn sie lästig werden und nicht, damit sie ordentlich aussehen: Vögel brauchen die offenen Verzweigungen zum sitzen und benutzen dazu gern auch tote Zweige in Bäumen.

Sie brauchen, wie sehr viele kleine Lebewesen auch immer totes Material zum Nestbau. Vögel nehmen dazu gerne kleine Zweige und Krautstengel. Hummeln brauchen genauso wie Blindschleichen Wiesenmulm, eben vetrocknete Grashalme. Haufen toten Materials aus dem Garten bilden auch die Winterquartiere unserer Igel. Es ist leicht, im Hausgarten genügend totes Material für unsere kleinen Freunde zu haben: Unaufgeräumte Ecken, Laubhaufen oder ein ungeputzter Wiesenstreifen wirken echte Wunder.

Es bringt auch sehr viel, Wiesen und Hecken erst nach dem Winter abzuräumen. Denn in hohlen, trockenen Stengeln überwintern viele Schmetterlingslarven. Auch schützt die braune Wiese so gut vor Frost wie eine Winterjacke – da liegt dann manches kleine Tier den ganzen Winter wie unter einer warmen Bettdecke und träumt dabei vom Frühling. Mehr als die Hälfte der Artenvielfalt hängt an solchem Totmaterial.

Laub mit Rechen und Besen zusammenkehren schützt Larven und Gelege, den Laubbläser überleben sie in der Regel nicht. Es ist tatsächlich leicht, etwas zu tun…